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Recht / Zivilrecht 
Donnerstag, 02.04.2020

Schadenersatzumfang bei Kfz-Unfall: Erstattung von Werkstattkosten in angemessener Höhe

Wer bei einem Verkehrsunfall geschädigt wird, hat Anspruch auf Schadenersatz. Dazu zählen auch einzelne Rechnungsposten der Werkstatt wie Reinigung und eine Probefahrt. Selbst Überführungskosten können hinzukommen, wenn sie angemessen sind. So entschied das Amtsgericht Buxtehude (Az. 31 C 92/19).

Das Kfz des Klägers war bei einem Verkehrsunfall erheblich beschädigt worden. Es musste repariert und lackiert werden. Die gegnerische Versicherung wollte die Kosten für den Schaden nicht vollständig übernehmen. Sie hielt die Überführungskosten von 150 Euro in eine benachbarte Lackierwerkstatt für zu hoch und zahlte nur 80 Euro. Auch Kosten für Fahrzeugreinigung und für eine abschließende Probefahrt nach der Reparatur wollte sie nicht zahlen.

Das Gericht wies darauf hin, dass der Unfallverursacher grundsätzlich das sog. Werkstattrisiko übernehmen muss, d. h. der Geschädigte muss die Einzelpositionen der Reparaturrechnung nicht überprüfen. Hier sei es jedoch anders. Die Lackierwerkstatt liege in der Nähe der Kfz-Werkstatt. Überführungskosten von 150 Euro seien zu hoch und die gezahlten 80 Euro angemessen. Die hohen Kosten hätten dem Kläger auch auffallen müssen.

Hingegen sei eine umfassende Reinigung des Fahrzeugs angesichts der umfangreichen Reparatur und der Lackierarbeiten allerdings erforderlich gewesen. Diese Kosten könnten geltend gemacht werden. Das Gleiche gelte für die Kosten für die Probefahrt. Nach einer umfangreichen Reparatur sei eine Probefahrt üblich, die Kosten hierfür müssen vom Unfallverursacher übernommen werden.

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